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Verbaler Schlagabtausch schult Debattenkultur

Vorbildliche Streitkultur: Debattant Joshua Simon (Mitte) legt seinen Standpunkt dar, sein Mitstreiter Luca Ströhmann (rechts) und Zeitnehmer Ömer Öztürk hören aufmerksam zu. Foto: Wolfgang Wache

Publikumsnah: Die vier Teilnehmer debattierten im Forum des FFBK unter den Augen der Schüler, des Zeitwächters und der Jury über Pro und Contra der Zeitumstellung. Foto: Wolfgang Wache

Erfolgreiche Debattanten (von links): Maximilian Müller, Lisanne Christie, Zeitwächter Ömer Öztürk, Luca Ströhmann und Joshua Simon. Foto: Wolfgang Wache

FFBK ermittelt Schulsieger

Schüler des Friederike-Fliedner Berufskollegs messen sich bei „Jugend debattiert“. Luca Ströhmann und Lisanne Christie kämpfen ums Regionalfinale.

Iserlohn. „Soll die Zeitumstellung in der Europäischen Union beendet werden?“ Um diese Streitfrage drehte sich am Friederike-Fliedner Berufskolleg das Finale im Schulwettbewerb „Jugend debattiert“. Der Biorhythmus leide unter dem ständigen Wechsel, argumentierte die Pro-Seite im Forum des FFBK, die langen Sommerabende stünden für eine hohe Lebensqualität, warf die Contra-Fraktion ein.

Vor den Augen der Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangstufen 11 und 12 lieferten sich die vier Finalisten der höheren Berufsfachschule am Donnerstag einen ebenso fairen wie kurzweiligen verbalen Schlagabtausch. In zweiköpfigen Teams vertraten sie einen gemeinsamen Standpunkt. „Das muss nicht die eigene Meinung der Schüler sein, sie sind Anwälte einer Position“, sagt Jugend-debattiert-Schulkoordinator Thorsten Langenbahn.

Nach gut 20-minütiger Debatte beendete das Glockenklingeln von Ömer Öztürk als sogenanntem Zeitwächter den Wettkampf. Anschließend beriet die fünfköpfige Jury aus drei Lehrern und zwei Schülern intensiv über Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft der Teilnehmer. Als Schulsieger gingen Lisanne Christie und Luca Ströhmann (beide 12.2) aus dem Wettbewerb hervor, sie setzten sich vor Joshua Simon (12.1) und Maximilian Müller (12.2) durch.

„Das wichtigste an Jugend debattiert ist für mich, dass dadurch eine gute Debattenkultur in Sprache und Form an die Schulen gebracht wird“, sagt der Erstplatzierte Luca Ströhmann aus Pillingsen. Der 18-Jährige und seine ein Jahr jüngere Mitschülerin Lisanne Christie kämpfen am 26. Februar in Hamm als Vertreter des Bereichs Arnsberg 3 um den Einzug ins Regionalfinale. Das Ziel? „Das Bundesfinale in Berlin“, sagt der 18-jährige Ströhmann mit einem Schmunzeln – und ergänzt, rhetorisch gewandt: „Ganz realistisch höre ich da auf, wo ich nicht mehr weiterkomme.“

Am FFBK wird es nach der gelungenen Premiere mit „Jugend debattiert“ auf alle Fälle weitergehen. Das Berufskolleg für Gesundheit und Soziales in Trägerschaft der Diakonie Mark-Ruhr möchte das Format an der Brüderstraße etablieren. „Sich fair und strukturiert über eine Streitfrage auszutauschen und treffende Argumente zu finden, ist auch im beruflichen Kontext von großer Bedeutung“, sagt Deutsch-Lehrkraft Thorsten Langenbahn. Gemeinsam mit Englisch- und Französisch-Lehrerin Ezgi Güven, die ebenfalls im Projekt engagiert ist, möchte er das Format künftig auch im Curriculum verankern.

Die Unterstützung der FFBK-Schulleiterin ist den Debattier-Freunden gewiss. „Die Schüler lernen, Standpunkte zu beziehen und Meinungen zu entwickeln, und diese sachlich in Argumenten und Gegenargumenten miteinander auszutauschen“, sagt Andrea Schumann. „So fördert ,Jugend debattiert‘ den Mut zur eigenen fundierten politischen Meinung, was in der heutigen Zeit besonders wichtig ist“, betont Schumann.