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Curryduft aus Iserlohn lockt sogar den Bundespräsidenten an

Friederike-Fliedner Berufskolleg überzeugt mit Essensstand beim Kirchentag in Dortmund

Dortmund/Iserlohn. Der Duft von Currywurst lockt die Besucher an den Stand des Friederike-Fliedner Berufskollegs (FFBK). Dort gesellt sich das süßliche Aroma von frisch gemachtem Popcorn hinzu. Beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund ließ das evangelische Berufskolleg  aus Iserlohn die guten Zutaten für sich sprechen.

Selbst prominente Kirchentagsgäste wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warfen ein Auge auf das ganz besondere Angebot aus Iserlohn. Auch Oberkirchenrätin Dr. Birgit  Sendler-Koschel, Leiterin der Bildungsabteilung im Kirchenamt der EKD, ließ sich die vegane Currywurst munden und freute sich zudem über die Sonderausgabe der Schülerzeitung zum Kirchentag und das besondere Engagement der Schüler.

An einem kleinen Park hinter dem Baukunstarchiv NRW hatte die Schule der Diakonie Mark-Ruhr zum Auftakt des Kirchentages ihre beiden Zelte plus Kühlwagen aufgeschlagen. Seit zwölf Uhr mittags packten Schüler, Lehrer, Schulleitung und Hausmeister, ja selbst der Gatte der Schulleiterin, beim Aufbau mit an, um beim Abend der Begegnung ihre kulinarische Auswahl zu präsentieren.

„Vegane Currywurst? Im Ruhrgebiet?“ Einige der Besucher aus ganz Deutschland trauten ihren Augen nicht. Doch selbst größte Skeptiker ließen sich – nach mehr oder weniger großen Überredungskünsten – von den 16 bis 18 Jahre alten Schülerinnen überzeugen. „Mmmmh, lecker“, „überraschend gut“, „klasse“, so lauteten die Urteile über die Wurst aus Soja mit einer milden, aber würzigen Sauce. Die essbare Schale aus Maismehl stieß ebenfalls auf positive Resonanz. So gingen innerhalb von vier Stunden rund 300 Currywurst-Portionen über den Tisch, einzeln, in Kombination mit einem Kaltgetränk, Kaffee oder auch mit Popcorn.

Mehr als ein halbes Jahr hatte der Differenzierungskurs Eventmanagement mit seinen acht Schülerinnen aus der 11. Klasse der Höheren Berufsfachschule das Projekt vorbereitet. „Es war schon ein Riesenaufwand, auf den wir als Schule normalerweise nicht eingestellt sind“, sagt die betreuende Hauswirtschaftslehrerin Monika Wichmann rückblickend. Doch die Mammutaufgabe wurde mit Bravour gemeistert. „Es ist schön zu sehen, dass man so etwas gemeinsam schaffen kann. Es hat sich gelohnt“, so die Pädagogin.

„Die Schüler sind manchmal selbst überrascht, wie groß ihre Leistungsfähigkeit ist“, sagt Christoph Menne, stellvertretender Schulleiter am Fliedner-Kolleg. Auch, wenn es am Stand schon mal hektisch zuging, zwischendurch der Strom ausfiel oder das Wechselgeld knapp wurde – am Ende ist es gut gelaufen. Alle waren geschafft, aber zufrieden mit dem Ergebnis. Finanziell wird das laut Schulangaben voraussichtlich bei plus minus null liegen.

Mehr als das Monetäre zählen die Lern- und Lebenserfahrung, die alle gesammelt haben. „Ein solches Event zu planen und durchzuführen in Kombination aller am Schulleben Beteiligter, das ist kompetenzorientiertes Lernen und Lernen mit Kopf, Herz und Hand pur,“ sagt FFBK-Schulleiterin Andrea Schumann. Da räumte die Schulleiterin auf Anweisung einer Schülerin auch gerne mal die Kisten dahin, wo sie zu stehen haben, denn das Management lag an diesem Tag schließlich bei den Schülerinnen.

„Das bestärkt uns in unserer Projektarbeit, wenn wir sehen, dass die Schüler solche Aufgaben so selbstständig umsetzen“, betont Christoph Menne. Und Andrea Schumann ergänzt: „Ganz getreu dem Motto des Kirchentags: „Was für ein Vertrauen.“ Und eine Erkenntnis, die sonst nicht im Unterricht gelehrt wird, gab es noch vertrauensvoll dazu: Dass auch die Kombination aus süßem Popcorn und würziger Currysauce perfekt harmoniert.